Zum Fasching sogar ein Lied komponiert


Die Teuschnitzer Faschingsgesellschaft feiert in diesem Jahr zwei runde Jubiläen: 20 Jahre Büttenabend und 30 Jahre Faschingsumzug. Die Narren habe hierfür sogar ein Lied komponiert.
"Es bleibt vieles beim Alten, aber einiges wird sich auch ändern", sagt Martin Sesselmann und blättert dabei in alten Presseberichten. Der 29-Jährige fungiert als so genannter Koordinator. Bei ihm laufen also sämtliche Fäden
bei der Organisation und Durchführung der beiden Events zusammen. Seit Oktober sitzt er wöchentlich mit Gleichgesinnten zusammen, um unter anderem Programmablauf, Kulisse, Ausschank, Bewirtung etc. zu besprechen.

Bürokratie ist eine Hürde

Beim Faschingsumzug gilt es, eine Hürde aus bürokratischen Regelungen zu nehmen, beispielsweise wenn es um die Anmeldung der Veranstaltung oder um die Straßenabsperrung während des Umzugs geht. Hinzu kommt die Einteilung der Gruppen und Musikkapellen. Bei den Büttenabenden müssen unter anderem die Technik und die Kulisse stimmen.
In seinen beiden Vorgängern, Paul Förtsch und Helmut Wagner, hat Sesselmann seine Lehrmeister gefunden. Paul Förtsch gilt sozusagen - zusammen mit dem mittlerweile verstorbenen Eberhard Rebhan - als Initiator der Teuschnitzer Büttenabende. Der 57-Jährige erinnert sich an das Jahr 1992. Damals sei in der Stadt der Fasching passe gewesen; die in den Jahren zuvor durchgeführten und von verschiedenen Vereinen organisierten Tanzveranstaltungen seien nicht zuletzt wegen des Besuchermangels zum Erliegen gekommen.

Die zündende Idee

Damals fungierte er als Vorsitzender der Teuschnitzer Feuerwehr. Bei Sitzungen kam der Gedanke auf, dass "wir doch eigentlich das Gleiche wie die Rothenkirchener schaffen müssten". Die Idee war geboren. In seinen Feuerwehrkameraden und weiteren Vereinen hat er begeisterte Mitstreiter gefunden. In der folgenden Woche, blickt Förtsch zurück, seien Gespräche mit der Stadt, den Lehrern und dem Schulverband wegen der Nutzung der Räumlichkeiten in der Schule geführt worden.
Noch heute wird die Turnhalle für die Büttenabende verwendet, erzählt er. "Und ich rechne es den Lehrern, Schülern und weiteren Entscheidungsträgern hoch an, dass sie zugunsten der Büttenabende jedes Jahr drei Wochen lang auf den Turnunterricht verzichten."

Umzug ist gewachsen

Helmut Wagner erinnert sich an den ersten Teuschnitzer Faschingsumzug. Damals war er im Jugendrotkreuz aktiv. Dort wurde auch die Idee dafür geboren. In den ersten beiden Jahren, so erzählt der 51-Jährige, sei man mit einem Traktor und einer kleinen Gruppe von Leuten durch Teuschnitz gezogen. Danach habe er als Koordinator, verschiedene Vereine angeschrieben. Die Teilnahme am Faschingsumzug wuchs sukzessive. Ein Höhepunkt sei nach der Wende im Jahr 1990 gewesen, als sich über 50 Abordnungen, auch aus dem benachbarten Thüringen, angemeldet hatten. Über 7000 Besucher seien registriert worden.
Sowohl Paul Förtsch als auch Helmut Wagner ist erleichtert, dass sie in Martin Sesselmann einen würdigen Nachfolger gefunden haben. Einige in der Faschingsgesellschaft, sagt Förtsch, hätten die Meinung vertreten, dass Sesselmann auf Grund seines Alters den Aufgaben nicht gewachsen sei. Aber der junge Mann meistere die Herausforderungen mit Bravour.

Die Erfolgsgaranten

"Dass der Teuschnitzer Fasching ein Erfolg wird, liegt nicht an meiner Person, sondern an den Vereinen und an den über 100 Akteuren vor und hinter den Kulissen", sagt Martin Sesselmann. Als eine tolle Sache empfindet er den Auftritt der "Drei Könige", die von Anfang an bis zur heutigen Bütt jedes Jahr über das Stadtgeschehen berichten. Es sei manchmal nicht einfach, alle Interessen unter einen Hut zu bringen, berichtet er. Oftmals müssten Kompromisse bei der Ausgestaltungen der Veranstaltungen geschlossen werden. Aber letztendlich hätten alle das gemeinsame Ziel vor Augen, nämlich Teuschnitz als Faschingshochburg zu erhalten.

"Urgestein" komponiert ein Lied

In diesem Jahr findet der Faschingsumzug zum ersten Mal eine Woche früher und bereits am Samstag statt. Der Grund ist laut Sesselmann, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Veranstaltungen am Faschingssonntag in den umliegenden Gemeinden enorm zugenommen hat. Zudem findet abends eine "Geburtstagssause" im beheizten Festzelt statt. Für dieses Jahr wurde auch vom "Urgestein des Büttenabends", Michael Strasser, ein Faschingslied komponiert, das der langjährige Conferencier Stefan Neubauer im Tonstudio zu Gehör brachte. Viele ehrenamtliche Stunden investieren er und seine Mitstreiter mit Begeisterung in den Fasching. "Es macht einen Riesenspaß, Menschen zu erheitern und Teuschnitz somit ein kleines Bisschen attraktiver zu machen", sagt er.
Als ein Glück empfindet er, dass es bis dato keine Nachwuchssorgen gibt. Die Kinder wüchsen einfach in den Fasching mit rein. Auch bei den Akteuren gebe es keinen Mangel. "Wahrscheinlich ist man als Teuschnitzer schon von Geburt an ein Faschingsnarr", lautet seine These.

Büttenabende Samstag, 28. Januar; Freitag, 3. Februar; Samstag, 4. Februar. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr in der Turnhalle der Schule. Der Kartenvorverkauf erfolgt bei der Sparkasse (auch Samstag, 7. Januar, um 10 Uhr).

Faschingsumzug Samstag, 11. Februar, um 15.01 Uhr.


Martin Sesselmann (Mitte) ist Koordinator der Büttenabende und des Faschingsumzuges. In seinen beiden Vorgängern Paul Förtsch (links) und Helmut Wagner (rechts) hat er tolle Lehrmeister gefunden.

Bericht / Quelle: Veronika Schadeck / Fränkischer Tag Kronach
Foto(s): Veronika Schadeck
Datum: 05.01.2012

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