Teuschnitz wird zum Narrenhaus

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Fröhlich, lustig und bunt ging es bei den drei ausverkauften Teuschetzer Büttenabenden zu. Auch bei der 32. Auflage lief die närrische Elite der Arnika-Stadt bei ihrem jeweils rund fünfstündigen Bühnenprogramm zu Topform auf.

 

Teuschnitz. Zeit und Raum zu vergessen und eine abgedrehte Reise in die Welt der Psychiatrie zu unternehmen - Das wünschte der passend zum diesjährigen Motto in ein enges Korsett geschnürte Conférencier Lukas Neubauer allen Besuchern der Teuschetzer Büttenabende. In der im närrischen Glanz erstrahlenden, drei Mal proppenvollen Turnhalle hatte das Publikum dann auch jede Menge Spaß an frechen Büttenreden und Sketchen, die ein ums andere Mal das Geschehen in der Arnika-Stadt gründlich unter die Lupe nahmen; gehen doch hier die Steilvorlagen wahrlich nicht aus.

 

Auf Betriebstemperatur gebracht wurden die Gäste von der Teuschetzer Garde, bevor sie die jüngsten Bühnenprofis aus dem Kindergarten mit in eine zauberhafte bunte Welt der Kolibris nahmen, bei der ein frisch geschlüpfter kleiner Vogel sein Umfeld aufmischte. Wie es im endlich fertiggestellten Schwimmbad zugeht, verrieten „Die Teuschetzer Sprüchgranaten“. Aufs Wasser zog es auch „Die Goldene 9“, die mit ihrem Kreuzfahrtschiff gekonnt über die Teuschetzer Weltmeere schipperte und bislang gut gehütete Stadt-Geheimnisse aufdeckte. Jemand, der sich hier genau auskennt, ist auch Sven Schuster, Geschäftsstellenleiter der VG. Diesem wurde angetragen, Werbung für das erstmals bei den Büttenabenden zum Ausschank kommende Bräu der neuen Stadtbrauerei zu machen. „Nun braut die Stadt für´n Hausgebrauch und saufen tuns die Stadtangestellten auch“, redete er aus den Nähkästchen. 

 

„Die olbern Schmarrwaafn“ feierten den 90. Geburtstag der guten Seele Erna, die - im Gegensatz zum Silvesterklassiker „Dinner for one“ - noch lebende Geburtstagsgäste einlud, die pikante Sünden der Vergangenheit ans Licht brachten. „Für die Bildung meines Sohns ist mir nichts zu teuer!“ - Ein Knaller war der Sketsch von „Mr. Eugenius & seinen Girls“, bei dem die Rechen-Hausaufgabe 28 : 7 einen Schüler und dessen Eltern zur Verzweiflung bringt. Nachdem sämtliche Erklärungsversuche scheitern, muss die Mutter im „Café Wölfla“ 28 Torten kaufen, die man zu siebt essen will. In die faszinierenden arabischen Welten von Alladin entführte die Teuschnitzer Feuerwehr bei ihrem magischen Schwarzlichtauftritt. 

 

Salz in der Suppe eines jeden Faschings sind die Büttenreden, wobei Teuschnitz gleich mehrere Wortkünstler mit Geist und Witz in Reihen hat. Dass früher nicht alles besser, wohl aber vieles einfacher war, musste Nelly Scherbel mit ihren 19 Jahren zugeben. Alles andere als leicht hat es auch Peter Goihl, dessen Pechvogel-Laufbahn schon mit der Geburt begann: „Welch a Graus, drei Wochen wollt ich nier aus meiner Mama raus!“. Rausgezerrt wurde er dann trotzdem mit der Zang und aane Saugglocken und dem Resultat: A lange Kuopf und a drümme Hohn! „Soll ich oder soll ich nicht?“ - Mit der andiskutierten Wehrpflicht nahm sich Andreas Bayer eines topaktuellen Themas an. „Keiner muss, meinen die Politiker in ihren Schauspieler-Rollen, aber es sollen schon alle können wollen“, sinnierte er.

 

Kein Halten mehr gab es bei den mitreißenden, allesamt mit einer Geschichte verbundenen Tänzen. „Wo sind die Clowns?“ fragten die „Dancing Queens“ bei ihrem Plädoyer, selbst in schwierigen Zeiten sein Lachen nicht zu verlieren. „Die Nochbern“ präsentierten einen „Pretty Ballerina“-Tanz der besonderen Art, während „New Generation“ bei ihrem Meeting mit ChatGPT eine musikalische Zeitreise durch die letzten Jahrzehnte startete. In die Zeit der legendären Teuschnitzer Disco „Highlife“ entführte „ANG - Auch Namenlos Grandios“. Hip-Hop in Perfektion präsentierte die „Dance Dynasty“ als „Prisoner of your own mind“.

 

Sie rissen mal wieder ihr Publikum von den Stühlen: In ihrem neuen Meisterstück „Krone der Schöpfung“ thematisieren „Die Anzichn Normoln“ (DAN) mit geballter Manpower den Egoismus der Menschheit, symbolisch durch die Ausbeutung der Ressource Wasser. Die Halle tobte! Dass der Nachwuchs bereits in den Startlöchern steckt, bewiesen zuvor die „DANce Kids“ - Jungvolk des Männerballetts - mit ihrem Tanz „Wenn der Eismann kommt“.

 

Die Stadtkapelle Teuschnitz sorgte für die schmissige Umrahmung der Supergaudi, bei der der Präsident der Faschingsgesellschaft, Martin Sesselmann, für ihre großen Verdienste um die Teuschetzer Fousanocht Guido Förtsch (Aufbau und Aktiver), Peter Goihl (Büttenredner), Simon Schnappauf (Technik), Paul Förtsch (ehem. Organisator) und Brigitte Zipfel (Küche) mit dem Verdienstorden des Fastnachtverbandes Franken auszeichnete.

 

Text und Bilder: Heike Schülein

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Büttenabend 2026 (SA, 24. Januar 2026)

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