„Glühwürmchen“ leuchten in Teuschnitz
Der Teuschnitzer Kindergarten erhielt eine Krippen-Gruppe, die „Glühwürmchen“, sowie neue Außenspielanlagen. Die Einweihung feierte man mit einem großen Fest.
Teuschnitz. Der Katholische Kindergarten „St. Anna“ Teuschnitz freut sich über eine Krippen-Gruppe mit zwölf Plätzen. Entstanden ist ein schöner Ort mit jeder Menge Platz zum Herumtollen, Spielen, Lachen und Lernen. Am Sonntag erfuhr das neue - bereits vollbelegte - Reich für die Jüngsten nunmehr ebenso seine offizielle Einweihung wie die komplett neugestalteten Außenanlagen.
„Was heute hier steht, ist mehr als ein Haus: Es ist ein Ort voller Leben, Wärme und Geborgenheit“, bekundete Kita-Leiterin Ulla Förtsch-Klinger, als sie in Reimform auf die sich sehr lange hinziehenden Baumaßnahmen zurückblickte. Bereits im Juli 2019 hatte der Teuschnitzer Stadtrat nach der Kindergartenbedarfsplanung einen entsprechenden Beschluss zur Anerkennung für eine Kinderkrippe von zwölf Plätzen gefasst. Für den Standort der Kinderkrippe wurden der Kindergarten in Teuschnitz und der ehemalige Haßlacher Kindergarten untersucht. Unter Berücksichtigung des Raumprogrammes und der Tatsache, dass im Untergeschoss des Teuschnitzer Kindergartens Räume genutzt werden können, war ein südlicher Anbau an diesem Kindergarten die wirtschaftlichste Lösung.
„Jedes Kind trägt sein eigenes Licht - immer einzigartig“, so die Kiga-Leiterin, weswegen der Name „Glühwürmchen“ für die Krippe sehr passend sei. Der Weg bis zur Umsetzung sei nicht leicht gewesen. Neben verschiedenen Unwägbarkeiten habe vor allem die Pandemie für Verzögerungen und eine stillstehende Baustelle gesorgt. Nun habe man es aber geschafft und alle Jungen und Mädchen dürften sich - neben der Krippe - tagtäglich an einem echten Gartenparadies mit viel Bewegung freuen.
Ein großes Anliegen war dem Team der Dank an alle Beteiligten und Verantwortlichen. Hierzu zählte Alt-Bürgermeisterin Gabi Weber, die damals den Grundstein für den Anbau gelegt und schon früh erkannt habe, welch großes Glück Betreuungsplätze darstellten, ebenso wie ihr Amtsnachfolger Frank Jakob, der das Projekt seinerseits unterstützt und getragen habe. Ein großes Dankeschön zollte sie auch Dekan Detlef Pötzl für die auch moralische Unterstützung, dem Architekturbüro Kersten Schöttner mit dem Bauleiter Florian Behrschmidt sowie vor allem - ihren Helden - Simon Schnappauf und Daniel Schnappauf mit dem gesamten Bauhof. Für alle gab es Urkunden, Orden und kleine Geschenke.
„Jeder Euro, den wir in unsere Kinder investieren, ist gut angelegt“, zeigte sich Bürgermeister Frank Jakob sicher. Die Gesamtkosten betrugen - laut Verwendungsnachweis - rund 940.000 Euro. Abzüglich der Förderungen ergab sich daraus ein Eigenanteil für die Stadt von rund 470.000 Euro. Die Kinderbetreuung sei die ureigenste Pflicht einer Kommune. Sehr dankbar zeigte er sich der Kirche als Träger gegenüber, die sämtliche Spielgeräte im Außenbereich als auch im Innern der Krippe übernommen habe. Anerkennung verdienten auch die aktuellen und im Laufe der letzten Jahre ausgeschiedenen Mitglieder des Stadtrats, die als Entscheidungsträger Flagge gezeigt hätten. Kersten Schöttner verwies darauf, dass sein Büro bereits 2019 binnen kürzester Zeit verschiedene Möglichkeiten für die Installation einer Kinderkrippe geprüft und eine entsprechende Planung ausgearbeitet habe. Die Pandemie bewirkte nicht nur eine Verzögerung des Baubeginns, sondern auch Lieferengpässe, mangelnde Kapazität der Baufirmen sowie Kostensteigerungen. Die Planungszeit war von August 2018 bis Juni 2023, die Bauzeit für das Gebäude von Mai 2022 bis Mai 2025 sowie für die Außenanlagen von September 2025 bis März 2026. Geschaffen wurden neun Räume - ein Gruppenraum, eine Küche, ein Lager, ein Schlafraum, ein WC/Wickelraum, ein Technikraum, ein Elternwarteraum, Flur/Garderobe und ein Windfang. Hinzu kam eine überdachte Terrasse mit knapp 27 m². Die Außenanlagen waren kein Teil der geförderten Maßnahme. Die Tiefbauarbeiten wurden vom Bauhofpersonal der Stadt Teuschnitz umgesetzt. Als kleines Geschenk überreichte der Architekt eine Spende.
Der Freudentag wurde von einem von den Kindern stimmungsvoll umrahmten Gottesdienst, zelebriert von Dekan Detlef Pötzl und Gemeindereferent Andreas Roderer, in der Stadtpfarrkirche eröffnet. Im Kindergarten dürften, bekundete der Dekan, die Kinder mit allem, was sie seien, leuchten; habe doch jeder von ihnen eigenen Talente und Fähigkeiten. Gemeinsam entstehe etwas Großartiges; sage doch schon Jesus: „Ihr seid das Licht der Welt!“
Nach dem Gottesdienst zogen die Kinder mit dem Team unter musikalischer Begleitung der Stadtkapelle Teuschnitz zum Kindergarten. Mit einfühlsamen Worten erbat der Dekan den Segen für die Räumlichkeiten und den neuen Garten sowie alle, die darin ein- und ausgehen. Im Rahmen eines „Tags der offenen Tür“ nutzten zahlreiche Interessierte die Möglichkeit, sich selbst ein Bild vom neuen Highlight zu machen. Gefeiert wurde ein fröhliches Fest rund um das Feuerwehrhaus, ebenfalls mit zünftiger Umrahmung der Stadtkapelle. Die Jungen und Mädchen hatten derweilen viel Spaß bei einer Spielstraße mit zahlreichen Mitmachaktionen.
Der Kiga „St. Anna“ Teuschnitz verfügt über zwei Regelgruppen mit 25 Plätzen für Kinder ab drei Jahren sowie die Krippe mit zwölf Plätzen. Nach dem Abschluss der Maßnahmen werden die beiden Gruppenräume nun wieder als Regelgruppen genutzt, nachdem bislang ein Raum als gemischte Regel-Krippengruppe verwendet worden war. Träger ist die Gesamtkirchengemeinde (GKG) Frankenwald.
Text: Heike Schülein
Fotoserien
Einweihung Kindergrippe Teuschnitz 2026 (SO, 21. Juni 2026)













