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Nun doch keine Parkplatz-Neuregelung in der Teuschnitzer Innenstadt

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Bild zur Meldung: Nun doch keine Parkplatz-Neuregelung in der Teuschnitzer Innenstadt

Teuschnitz - Bereits in den Planungen zur Ortsmitte Teuschnitz wurde festgelegt, dass alle neu entstehenden Parkplätze in der Ortsmitte nur Kurzzeitparkplätze sein sollen. Aus Gesprächen mit den anliegenden Gewerbetreibenden kristallisierte sich heraus, dass eine Parkdauer von zwei Stunden angemessen wäre. Der Stadtrat hatte im November 2025 letztlich ein Konzept beschlossen, mit dem die Kurzzeitparkplätze durch eine entsprechende Beschilderung, die für eine Überwachung auch unabdingbar ist, ausgewiesen und gekennzeichnet werden. Es wurde auch festgelegt, dass die Umsetzung erst im Frühjahr 2026 erfolgen soll, da für die Schilder Bodenhülsen usw. gesetzt werden müssen, was vor dem Wintereinbruch kurzfristig nicht mehr umsetzbar war. Bei der Sitzung vom 20. Juli dieses Jahres hatte der CSU-Fraktionssprecher Timo Feuerpfeil einen Antrag dahingehend gestellt, dass der Tagesordnungspunkt nochmals in der nächsten Sitzung besprochen wird, so geschehen nunmehr am Montagabend.

 

„Die notwendige verkehrsrechtliche Anordnung wurde vom Landratsamt Kronach am 20. Juni erteilt“, erklärte Erster Bürgermeister Frank Jakob (parteilos), der nochmals die Historie zur Sache erläuterte. Aufgrund dieser Anordnung erfolgte die Zusammenstellung der notwendigen Schilder für den Ortskern Teuschnitz und gleichzeitig - für eine Sammelbestellung - auch für die Ortsmitte in Wickendorf. Während seines Urlaubs Anfangs Juli kam eine Anfrage der CSU-Fraktion zwecks nochmaliger Behandlung des Themas im Stadtrat. Der Bürgermeister-Vertreter Markus Hofmann (parteilos) stoppte daher aufgrund der kurz bevorstehenden Juli-Sitzung den Bestellvorgang. Für eine reguläre Aufnahme auf die Tagesordnung war es zu diesem Zeitpunkt zu spät und dem in der Sitzung gestellten Geschäftsordnungsantrag konnte aufgrund der Nichtvollzähligkeit des Stadtrats nicht zugestimmt werden.

 

Wie der Bürgermeister auch anhand von Bildern aufzeigte, hatte sich die Parksituation in der Ortsmitte nach dem Umzug der Waldbesitzervereinigung (WBV) Kronach-Rothenkirchen vor einer Woche in die neuen Büroräume nach Rothenkirchen deutlich entschärft. So parkten hier täglich zwischen fünf bis zehn Fahrzeuge weniger. Dabei gab er allerdings zu bedenken, dass das Café Wölfla Urlaub hatte. 

 

Im Gremium gingen die Meinungen weit auseinander. Timo Feuerpfeil (CSU) sah aufgrund des Wegfalls der WBV keine Notwendigkeit mehr, „den schönen Stadtkern mit Schildern zu verschandeln“. Die Maßnahme und die Kosten könne man sich sparen. Ganz anders sah dies Susanne Daum (MiM). Nach so vielen Diskussionen werde es immer schwieriger, der Bevölkerung zu vermitteln, warum sich die Sache so lange hinziehe. Wenn man den Beschluss wieder aufhebe, habe man keinerlei Möglichkeit, Falschparker zu ahnden. „Die Parkmentalität ändern wir nicht mit Freiwilligkeit. Wir müssen Spielregeln schaffen“, appellierte sie. Laut Mario Stingl (MiM) warteten die Geschäftsleute bereits auf die Umsetzung. Man müsse aufpassen, im Gremium nicht zur Lachnummer zu werden. 

 

Timo Feuerpfeil (CSU) stellte den Antrag, die Situation bis zur nächsten Sitzung - wenn dann auch das Café Wölfla wieder geöffnet habe - zu beobachten, die veränderte Situation nochmals mit den Geschäftsleuten zu besprechen, die genauen Kosten für die Schilder zu ermitteln und dann eine endgültige Entscheidung zu treffen. Eine solche Vorgehensweise wurde auch vom Bürgermeister unterstützt. Christof Körner (MiM) ging jedoch einen Schritt weiter und beantragte, den im November gefassten Beschluss aufzuheben und keine Schilder zu bestellen. Mit diesem Antrag setzte er sich bei vier Gegenstimmen durch. Einstimmig beschlossen wurde zudem - auf Antrag von Susanne Daum (MiM) - die Ausweisung eines bislang noch fehlenden Behinderten-Parkplatzes. 

 

Kanalgebühren werden in Teuschnitz teurer, Trinkwasser wird günstiger

„Neukalkulationen sind immer eine weniger schöne Sache“, konstatierte der Bürgermeister, als er das Zahlenwerk der Nach- und Vorauskalkulation für Wasser und Abwasser erläuterte. Für die Kalkulation seien verpflichtend kostendeckende Gebühren beziehungsweise Beiträge zu erheben. Bei den Gebühren gibt es die Unterscheidung zwischen der Grundgebühr, worüber die sogenannten Vorhaltekosten abgedeckt werden sollen, und der Verbrauchsgebühr, die vom tatsächlichen Wasserverbrauch abhängig ist. 

 

Einstimmig beschloss das Gremium, die Kanalgebühren anzupassen. Die Grundgebühr erhöht sich von bislang 150 Euro auf 180 Euro sowie die Verbrauchsgebühr von bislang 2,90 €/m³ auf 3,65 €/m³. Die Wassergebühren können dagegen gesenkt werden. Bei einer gleichbleibenden Grundgebühr von 120 Euro beträgt die neue Verbrauchsgebühr 2,36 €/m³ netto; bislang waren dies 2,58 €/m³ netto. Mit diesen Werten liegt Teuschnitz im Vergleich zu den anderen Landkreis-Gemeinden in der Norm. Die Anpassungen treten zum 1. Januar 2027 in Kraft; entsprechende Satzungsänderungen wurden beschlossen. Der Kalkulationszeitraum beträgt vier Jahre. 

 

Seniorenbeauftragte/r gesucht

Das Landratsamt bat die Verwaltung, einen Seniorenbeauftragten für die Stadt Teuschnitz für die laufende Wahlperiode zu benennen. Nachdem sich aus der Runde des Stadtrats niemand für das Amt fand, wird der Bürgermeister geeignete Personen ansprechen und eventuell auch einen Aufruf im Gemeinde-Blatt starten.

 

Bekanntgaben: Der Bürgermeister informierte über die - im Wege einer dringlichen Anordnung erfolgte - Vergabe dreier Nachtragsangebote der Fa. Schindhelm für die Erneuerung des Mischwasserkanals und der Trinkwasserleitung in der Weidenstraße in Teuschnitz. Dabei handelte es sich um eine nachträgliche Asphaltierung (28.262,50 Euro), eine Verkehrssicherung im Nachgang (1.499,40 Euro) sowie eine Materialänderung am KP 1 - Rappoltengrüner Straße (5.165,30 Euro). In der nichtöffentlichen Sitzung vom 20. Juli beauftragte der Stadtrat die Fa. Reuther mit zusätzlichen Abbruch- und Entsorgungsleistungen bei der Thüringer Straße 21 in Haßlach auf Grundlage des Nachtragsangebots vom 23.01.2026 in Höhe von 17.406,33 Euro brutto. Der Grundstückstauschvertrag und Kaufvertrag mit Josef Reinhold Rebhan und dem Landkreis Kronach zur Bereinigung der Grundstücksverhältnisse im Bereich der Reichenbacher Straße wurde genehmigt. 

Informationen des Bürgermeisters: Auf Wunsch der Schule wurde an der 100-Meter-Bahn ein Weitsprungkasten angelegt. Als Synergieeffekt verwendete man den Erdaushub für einen Mountainbike-Parcours. Zudem wurden auf dem Friedhof direkt gegenüber eine weitere Urnengrab-Reihe angelegt. Ende September/Anfang Oktober wird die Fa. Reso Galabau mit dem Urbanen Waldgarten beginnen. 

 

Anfragen aus dem Gremium: Timo Feuerpfeil (CSU) regte das Aufstellen eines Hundekotbehälters am hinteren Ende der Petrus-Zweidler-Straße ebenso an wie das Anbringen einer Laterne in der Kurve im Steinbacher Weg. Mario Stingl (MiM) fragte nach, ob man auf dem Teuschnitzer Wertstoffhof einen Behälter zur Entsorgung von Pappe-Abfällen aufstellen könne, um nicht jedes Mal bis nach Steinbach am Wald fahren zu müssen. Zudem klagte er über die sonntägliche Lärmbelästigung auf dem Flugplatz. Hier gab es, antwortete der Bürgermeister, schon mehrere Beschwerden. Allerdings habe alles seine Ordnung und man habe keine Verstöße feststellen können. Alexander Fehn (MiM) bat darum, den in der Dorfstraße in Wickendorf ausgebaggerten Graben in Augenschein zu nehmen, nachdem der Rasenmäher seines Nachbarn beim Mähen fast darin versunken sei. Man wird sich kümmern.

 

Termine: 23.09., 19 Uhr, Dorfhaus Schauberg: Konzeptvorstellung zur Rennsteigmesse 2027, 10.10., 17 Uhr, FFW-Haus Teuschnitz: Abnahme Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung

 

Handlungsbedarf beim Stadtwald 

Eingangs der Sitzung gab Kommunalwaldförster Johannes Schneider einen Sachstandsbericht zum Stadtwald. Nach Schäden durch Borkenkäferbefall soll wieder aufgeforstet werden.

 

Das für den Stadtwald Teuschnitz mit seinen zwölf Distrikten auf einer Gesamtfläche von 34,47 Hektar erstellte Forstbetriebsgutachten ist noch bis 2040 gültig. Nach der Verordnung ist dieses allerdings anzupassen, wenn Umstände eintreten, die eine Bewirtschaftung des Walds nach dem bisherigen Gutachten erheblich erschweren oder unmöglich machen. Da dies in Teuschnitz aufgrund der Käferkalamität der Fall ist, hatte sich der Bürgermeister an den Kommunalwaldförster gewandt. Dieser gab dem Stadtrat nunmehr eine Handlungsempfehlung.

 

Johannes Schneider pflichtete dem Bürgermeister bei, dass das vorhandene Gutachten komplett überholt sei. Wichtigstes Planungswerk der Forsteinrichtung sei der Hiebsatz - sprich die flächenbezogene nachhaltige jährliche einschlagbare Holzmenge. Geplant war laut der Forsteinrichtung - zentrales Planungs- und Kontrollinstrument in der Forstwirtschaft - für Teuschnitz ein Jahreseinschlag von 196 Efm und somit circa 6,5 Efm/ha/Jahr. Aufgrund des Borkenkäferbefalls wurden jedoch bislang seit 2018 knapp 9.000 Festmeter geschlagen. 

 

Eine neue Forsteinrichtung erachtete er - auch nach Rücksprache mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) - weder für notwendig, noch für sinnvoll. Vielmehr arbeite man nach der guten fachlichen Praxis. Es gebe Waldstücke, bei denen sich die Natur selber helfen könne. Kahlstellen werde man ergänzen und den Wald durchmischen, um von der Monokultur wegzukommen. Um das Risiko zu streuen, sollen unterschiedliche Baumarten gepflanzt werden. Hier müsse man probieren, weil die Entwicklung abhängig von den Witterungsbedingungen und dem Standort sei. Von ihm vor vier Jahren in Kronach gepflanzte Esskastanien seien beispielsweise aktuell schon sechs Meter hoch; gleichzeitig gepflanzte Tannen gerade einmal 40 cm. 

 

Bei einer Wiederaufforstung durch Pflanzung beträgt der neue Grundfördersatz je Pflanze 3,8 Euro; bei selteneren Bauarten 5 Euro. Für die knapp 15 Meter hohen Durchforstungsflächen im Distrikt Fuchsloch und Hönigsbach ist ebenfalls eine staatliche Förderung möglich. Hier verwies er auf die Möglichkeit der Selbstwerber - also Privatpersonen, die Brennholz direkt im Wald kaufen, aufarbeiten und für den Eigenbedarf nutzen. Diese könnten das Holz günstig kaufen; die Stadt wiederum generiere damit - neben der Förderung - zusätzliche Einnahmen. 

 

„Der Wald ist keine Produktionshalle“, verdeutlichte er, die Wiederaufforstung stückchenweise angehen zu wollen, ohne dabei alles auf eine Karte zu setzen. So sah es auch der Bürgermeister, der finanziell aufgrund der Förderung auf eine Nullnummer hoffte.

 

Text: Heike Schülein