Kontrast

icon-facebook

 
 

Grünes Licht für Grünstromspeicher in Teuschnitz

Kinder der Petrus-Zweidler-Straße übergaben Bürgermeister Frank Jakob ein Schreiben - mit der Bitte um das Aufstellen einer Straßenlaterne für einen sichereren Weg zur Schule beziehungsweise in den Kindergarten. (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Kinder der Petrus-Zweidler-Straße übergaben Bürgermeister Frank Jakob ein Schreiben - mit der Bitte um das Aufstellen einer Straßenlaterne für einen sichereren Weg zur Schule beziehungsweise in den Kindergarten.

Der Stadtrat Teuschnitz stimmte in seiner Sitzung vom Montagabend dem Bauvorhaben der Firma Münch Elektrotechnik auf Errichtung eines Grünstromspeichers zu.

 

Teuschnitz. Mit der Genehmigung eines Batteriespeichers der Fa. Münch hatte sich der Stadtrat schon einmal in seiner Sitzung am 16. September 2024 befasst. Damals ging es um die Errichtung eines sogenannten Graustromspeichers - Ein Speicher, der sowohl ins Stromnetz einspeisen als auch zu Zeiten von Stromüberschuss Strom aus dem Netz ziehen und speichern kann. Für diese Variante wäre allerdings eine Netzzusage des Netzbetreibers Bayernwerk erforderlich, welche aktuell nur schwer beziehungsweise fast gar nicht zu bekommen ist. Das Bayernwerk begründet dies mit möglichem Einfluss auf die Netzstabilität. Dem damaligen Bauantrag wurde vom Stadtrat zugestimmt und er wurde auch von der Baugenehmigungsbehörde am Landratsamt genehmigt. 

 

In Ermangelung der Netzzusage vom Bayernwerk plant die Firma Münch nun die Errichtung eines Grünstromspeichers in Teuschnitz. Bei einem Grünstromspeicher handelt es sich um einen Speicher, der nur ins Netz einspeisen kann. „Mit diesem Speicher wird der Strom aus den bestehenden PV-Anlagen immer dann eingespeichert, wenn die Anlagen aufgrund von Stromüberschüssen im Netz abgeschaltet werden“, erklärte Erster Bürgermeister Frank Jakob (parteilos). Der in der Batterie befindliche Strom werde dann zu einem späteren Zeitpunkt ins Netz eingespeist. Mit dieser Variante solle die Effektivität der PV-Anlagen entsprechend erhöht und entstehende Verluste durch die genannte Abschaltung kompensiert werden.

 

Der geplante Batteriespeicher hat eine Gesamtgröße von 89 MW und ist laut Plan in sechs Bereiche aufgeteilt. Hintergrund ist der, dass jeder der sechs Speicherbereiche direkt einer der angeschlossenen PV-Anlagen zugeteilt ist. Es sind dies die PV-Anlagen in Wickendorf, Rappoltengrün, Haßlach, Lauenhain 1, Lauenhain 2 und Förtschendorf. Diese Anlagen speisen alle über das Umspannwerk Teuschnitz in die 110 kV-Leitung ein. Der Batteriespeicher wird am Umspannwerk Teuschnitz errichtet und zwar genau an der Stelle, an der bereits der im Jahr 2024 genehmigte Speicher errichtet werden sollte. 

 

Einstimmig wurde dem Bauvorhaben, für das das Unternehmen eine mit einer Bankbürgschaft abgesicherte Rückbauverpflichtung eingeht, das gemeindliche Einvernehmen erteilt. 

 

Bekanntgaben aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung: Die Firma Müller Bauelemente aus Nordhalben erhält - vorbehaltlich der Zustimmung der Rechtsaufsicht - den Auftrag zur Lieferung und Installation der Sektionaltore für das Feuerwehrgerätehaus in Teuschnitz zum Angebotspreis von 20.172,39 Euro brutto, nachdem die alten Tore nicht mehr reparabel sind. Nicht ausgeübt wurde das gesetzliche Vorkaufsrecht der Stadt betreffend dreier Anwesen im Sanierungsgebiet in Teuschnitz. Die Stadt Teuschnitz kauft im Zuge des Ausbaus der Rosengasse in Haßlach das Grundstück Flur-Nr. 381/31 in Haßlach mit 1m² zum Preis von 26 Euro. Der Stadtrat stimmte dem Tausch zweier Grundstücke in der Gemarkung Haßlach zu. Das Grundstück Flur-Nr. 385/20 mit einer Fläche von 12m² wird dabei von den privaten Grundstückseigentümern an die Stadt Teuschnitz übertragen. Im Gegenzug überträgt die Stadt Teuschnitz das Grundstück Flur-Nr. 385/19 mit einer Fläche von 13m² an die privaten Grundstückseigentümer. Die Tauschpartner bewerteten die Grundstücke als gleichwertig. Der Wert der Tauschgrundstücke wurde mit jeweils 338 Euro angesetzt. 

 

Informationen des Bürgermeisters: Die Bauarbeiten für den Urbanen Waldgarten haben begonnen. Am vergangenen Freitag war Baustelleneinrichtung mit Vermessung des Geländes. Am Tag der Sitzung wurden Grasnarben abgetragen, um das Erdreich für die Wege auszubaggern. Der bauliche Teil der Maßnahme, inklusive Zaun und Großbepflanzungen, soll weitestgehend noch heuer abgeschlossen werden. Im kommenden Frühjahr folgen Kleinbepflanzungen wie Büsche, Sträucher, Kräuterbeete etc. Im Frühjahr soll der Waldgarten dann auch seiner Bestimmung übergeben und offiziell eröffnet werden. Involviert in die Maßnahme sind - neben der Stadt - auch der Arnika-Verein Teuschnitz mit seinem 1. Vorsitzenden Hans-Peter Müller sowie in erster Linie der Leiter der Arnika Akademie, Ralf Schmitt. Die angepflanzten Kräuter, Sträucher etc. sollen in den Kursen der Arnika Akademie verarbeitet und verwendet werden. In der Weidenstraße sind die Anschlussarbeiten abgeschlossen. Die noch ausstehenden Asphaltierungsarbeiten sollen in den kommenden beiden Oktober-Wochenenden fertiggestellt werden, damit wieder ein ordentlicher Winterdienst möglich ist. Beeindruckt zeigte sich der Bürgermeister von der am 10. Oktober von der Freiwilligen Feuerwehr Teuschnitz ausgerichteten Leistungsprüfung. Besonders erfreulich sei es, dass die Wehren aus der VG Teuschnitz weitestgehend vertreten gewesen seien. Allen Teilnehmern der insgesamt drei Gruppen zollte er größten Respekt für ihre übergreifend herausragende theoretische und praktische Zusammenarbeit, mit der sie die Leistungsprüfung mit Bravour bestanden. 

 

Anfragen aus dem Gremium: 2. Bürgermeister Markus Hofmann (CSU/Parteilos) fragte hinsichtlich der Bauarbeiten unten am Teich nach. Dabei handelt es sich - antwortete der Bürgermeister - um eine Erdverkabelung des Bayernwerks. Andreas Martin (CSU) erkundigte sich nach dem Sachstand der Bayerwerk-Verkabelung in Haßlach. Laut dem Bürgermeister habe er in dieser Sache beim Netzwerktreffen des Bayernwerks Ende letzter Woche dem zuständigen Gebietsbetreuer seinen Unmut kundgetan. Die Arbeiter baggerten aus, ließen teilweise Löcher offen und seien dann Tage lang nicht mehr vor Ort. Der Gebietsbetreuer habe zugesagt, sich um die Angelegenheit zu kümmern. 

 

Bürgersprechstunde: Eingangs der Sitzung übergaben vier Kinder der Petrus-Zweidler-Straße dem Bürgermeister ein Schreiben. In dem Schreiben, das von allen 18 in der betreffenden Straße wohnenden Jungen und Mädchen unterschrieben wurde, baten sie den Bürgermeister und den Stadtrat um das Aufstellen einer Straßenlaterne. Wie diese in dem Schreiben ausführten, führe ihr Weg zur Schule und zum Kindergarten im Steinbacher Weg durch eine sehr dunkle Stelle. Dort sei es morgens kaum beleuchtet, weswegen sie sich nicht besonders sicher fühlten. „Bitte stellt dort eine Straßenlaterne auf. Dann können wir morgens sicherer zur Schule und zum Kindergarten gehen“, so ihre Bitte. 

 

Wie der Bürgermeister erklärte, werde man den Punkt im Anschluss bei der nichtöffentlichen Sitzung behandeln. Nachdem die Thematik bereits vom Stadtrat Timo Feuerpfeil (CSU) in der letzten Stadtrats-Sitzung ins Gremium eingebracht worden war, hatte man zwischenzeitlich unter anderem in Erfahrung gebracht, wie aufwändig eine solche Maßnahme wäre und auch bereits Angebote eingeholt. „Da wird sich etwas bewegen“, zeigte sich Frank Jakob zuversichtlich, der sich sehr über das Interesse schon der jüngsten Gemeindebürger am Stadtgeschehen freute. Für Anliegen und Verbesserungsvorschläge aller Generationen sei man seitens der Stadt immer offen. 

 

Ebenfalls in der Bürgersprechstunde bezog sich Alexander Grüdl auf eine kürzlich von seiner Mutter Mathilde Grüdl an die Stadt gerichtete E-Mail mit verschiedenen Fragen. Wie der Bürgermeister antwortete, waren einige Bäume in der Frankenwaldstraße entfernt worden, nachdem diese - eventuell aufgrund von Wassermangel während der Trockenheit oder aufgrund von Pilzbefall - dürr geworden waren. Die Bäume sollen nun wieder nachgepflanzt werden. Hinsichtlich der ebenfalls angesprochenen fehlenden Bäume in der Hauptstraße werden aktuell Möglichkeiten für eine Kanalsanierung beziehungsweise auch eine Sanierung der Staatstraße ausgelotet. Daher werden hier zunächst keine Ersatzpflanzungen stattfinden. Bezugnehmend auf die Grünflächen in der Langen Straße erklärte Frank Jakob, dass diese nur dort zurückgebaut werden, wo Grünflächen - aufgrund des zu geringen Platzes - keinen Sinn machten. Vor der Löschwasserentnahmestelle wurden die Büsche entnommen. Weitere Punkte sind momentan noch in Klärung. Der Bürgermeister wird Mathilde Grüdl noch ausführlich antworten.

 

Text: Heike Schülein